Nach nur sechs Tagen gab es die zweite Entwicklerversion des kommenden Linux-Kernels.
Zusammengefasst: Er ist klein. Sowohl von der Zahl der Commits als auch was die Änderungen angeht, hat er gerade einmal halb soviel vorzuweisen, wie bei einem -rc2 etwa üblich wäre.
So bringt er es auch fast ausschließlich auf Fehlerkorrekturen, die ziemlich weit über die meisten Kernelbereiche gestreut sind.
Eine Änderung, die etwas hervorsticht ist die Einführung von „Frontswap“. Frontswap gehört zum Konzept des Transcendent Memory (siehe „Der Mai im Kernelrückblick“, freiesMagazin 6/2011). Der erste Teil dieses Speicher-Konzept ist „Cleancache“, das bereits vor einem Jahr umgesetzt wurde. Es stellt einen Speicherbereich dar, bei dem nicht unbedingt gewährleistet ist, dass das Schreiben dort jederzeit funktioniert und dass dort abgelegte Daten beim nächsten Lesen noch vorhanden sind, ist also eher für Daten geeignet, die noch woanders, zum Beispiel auf einem Datenträger, abgelegt sind. Dafür kann mit Transcendent Memory der Arbeitsspeicher besser ausgelastet werden und wenn eine Anwendung mehr RAM benötigt, weicht der Transzendente Speicher eben.
Frontswap stellt nun die letzte Chance für einen Speicherbereich dar, bevor er in den langsameren Swap-Bereich auf einem Datenträger verschoben wird. Wird etwas an Frontswap übergeben, so muss es nicht angenommen werden, aber im Gegensatz zu Cleancache ist hier der Kram auch später noch da. Frontswap versucht jedoch ähnlich wie Cleancache mit verschiedenen Tricks, die freien Speicherbereiche möglichst gut auszunutzen, zum Beispiel, indem Daten dedupliziert oder komprimiert werden.
Die kleine Statistik:
| Commits | geänderte Dateien | eingefügte Zeilen | gelöschte Zeilen | Datum | Tage * | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3.5-rc1 | 10 068 | 9 139 | 605 187 | 400 813 | 03.06.2012 | 14 |
| 3.5-rc2 | 215 | 197 | 3834 | 1464 | 09.06.2012 | 6 |
* Tage seit dem letzten Release
Quelle: Linux Kernel Mailing List