Linux 4.4

$ git diff --stat --color v4.3..v4.4

Etwas länger hat die Entwicklung des neuen Linux-Kernels diesmal gedauert. Doch nun ist er in einer neuen stabilen Version da.

Seit 4.4-rc8 hat sich nicht allzu viel geändert. Ein Fehler von Android im Umgang mit der SYSENTER-Funktion wurde beseitigt, die einen relativ Ressourcenschonenden Zugriff auf Funktionsaufrufe von x86-Prozessoren bietet. Und selbst diese Korrektur war klein. Auch die letzten Korrekturen im Treiber-Umfeld sind überschaubar.

Die Entwicklungsdauer von 69 Tage zwar gut oberhalb des Durchschnitts der letzten Versionen, da aber die meisten Kernelversionen seit Beginn der 3er-Serie zwischen 60 und 70 Tagen zum „Uusammenbau“ gebraucht haben, liegen die Unterschied nicht mehr so hoch. Allein ein -rc entscheidet darüber, ob es das obere oder untere Ende der Skala wird. Der Blick auf die Zahl der Änderungen liefert hier mehr Hinweise: Die wieder etwas höhere Anzahl der gelöschten und zugefügten Code-Zeilen lässt auf Umzüge schließen, der größte Davon dürfte das Zusammenfassen der WLAN-Treiber von Realtek in einem eigenen Verzeichnis sein. Doch die relativ hohe Zahl an gelöschten Zeilen erklärt sich eher durch das Entfernen einiger Treiber, darunter ein Modem-Treiber, dessen Hardware von Telekommunikations-Providern nicht mehr unterstützt wird und der nun entfernt wurde. Weiterhin konnte ein USB-Host-Treiber von Faraday Technology „eingespart“ werden, dessen Funktion durch einen anderen Übernommen werden kann. Ebenso erging es dem ipg-Treiber, der bereits bei Linux 4.4-rc2 Erwähnung fand. Ein weiter dicker Brocken waren einige Header-Files, die der SCSI- Treiber mpt2sas verlor – dessen Modul greift künftig auf die Bibliotheken des mpt3sas-Treibers zurück.

Eines der Highlights der Neuerungen von Linux 4.4 ist der LightNVM-Treiber. Damit sollen Open-Channel-SSDs unterstützt werden, die keinen eigenen Flash-Controller besitzen und stattdessen vom Betriebssystem direkt angesteuert werden.

Mein persönlicher Favorit ist die direkte Unterstützung für die integrierte Grafik-Einheit von Broadcoms BCM2835-Chip, der unter anderem in den Raspberry Pi 1 Modellen als auch im Compute Module und dem Raspberry Pi Zero zum Einsatz kommt.

Die kleine Statistik:

Commits geänderte Dateien eingefügte Zeilen gelöschte Zeilen Datum Tage *
4.4-rc1 12 225 9 981 697 599 460 116 16.11.2015 14
4.4-rc2 385 334 4149 5497 23.11.2015 7
4.4-rc3 276 245 3346 2342 30.11.2015 7
4.4-rc4 330 363 4968 1672 06.12.2015 6
4.4-rc5 259 256 1766 1304 14.12.2015 8
4.4-rc6 308 263 2272 1236 21.12.2015 7
4.4-rc7 108 91 977 429 28.12.2015 7
4.4-rc8 81 73 709 448 03.01.2016 6
4.4 101 88 518 280 10.01.2015 7
Version Commits geänderte Dateien eingefügte Zeilen gelöschte Zeilen Datum Tage *
3.14 13 414 10 601 606 195 265 116 31. Mrz 2014 70
3.15 14 870 11 427 932 468 571 878 8. Jun 2014 69
3.16 13 829 9 807 514 027 267 473 3. Aug 2014 56 (63)
3.17 13 330 10 605 653 577 668 311 5. Okt 2014 63
3.18 12 360 9 325 485 723 356 014 7. Dez 2014 63
3.19 13 651 10 739 487 478 350 966 9. Feb 2015 64
4.0 11 305 9 489 509 084 327 315 12. Apr 2015 62
4.1 12 964 10 103 454 027 253 911 22. Jun 2015 71
4.2 14 749 10 929 1 081 330 282 093 30. Aug 2015 69
4.3 13 281 10 385 643 631 333 897 2. Nov 2015 64
4.4 14 081 10 606 714 106 471 126 10. Jan 2015 69

* Tage seit dem letzten Release

Quellen:
Linux Kernel Mailing List

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