Update: IPv6 - Den Blick nach vorn

Ausschnitt von ifconfig

Dass die alten IPv4-Adressen knapp werden, pfeifen die Spatzen von den Dächern, mittlerweile finden Meldungen dazu auch den Weg in die Nicht-Fachpresse. Ein historisches Datum für dürfte uns demnächst ins Haus stehen - Die Zuteilung der letzten IPv4-Adressblöcke.

Gestern wurden nochmals zwei /8-Adressblöcke (jeweils 16.777.216 Adressen) der für Asien und den Pazifikraum zuständigen Regional Internet Registry APNIC zugewiesen. Derzeit hat die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) noch fünf dieser Blöcke frei und wird sie in den nächsten Tagen auf die fünf Regional Internet Registries RIPE (Europa & Russland), ARIN (Nordamerika), LACNIC (Südamerika), AfriNIC (Afrika) und APNIC (Asien & Pazifikraum) verteilt. Dies dürfte als historisches Datum für das Ende von IPv4 in die Geschichte des Internets eingehen, da danach nur noch IPv6-Adressen vergeben werden können.

Aber, entgegen machner Stimmungsmache geht die Welt davon nicht unter, nicht einmal die vernetzte. Zum einen werden noch durch die Regionalen Registries die Adressen verteilt (z.B. an Telekom, United Internet und andere, die autonome Netze betreiben), die ihnen noch zur Verfügung stehen. Zum anderen funktionieren alle bereits existierenden IPv4-Adressen natürlich auch weiterhin. Wo es zu Einschränkungen kommen könnte ist dort, wo z.B. neue Webserver mit IPv6-Adressen versehen werden, auf die reine IPv4-Clients nicht mehr so einfach zugreifen können. Derzeit wird in Deutschland gerde die IPv6-Infrastruktur aufgebaut, sodass vielleicht innerhalb des Jahres das neue Internetprotokoll für den Heimanwender zur Verfügung steht. Dazu muss es erst einmal vom Internet-Provider zur Verfügung gestellt, vom Router und auch dem eigenen Rechner bzw Betriebssystem unterstützt werden. Während der letzte Punkt mittlerweile bei allen halbwegs aktuellen Systemen der Fall ist, kommt die Unterstützung für DSL-Router gerade erst in Schwung - IPv6 ist ein Punkt, den man beim Kauf neuer Hardware im Auge behalten sollte. Zumindest die großen Provider starten ihre Tests mit IPv6 beim Privatkunden gerade erst, bis es zu einem flächendeckenden Einsatz kommt werden noch einige Monate ins Land gehen.

Update: Die IANA hat nun die letzten IPv4-Bereiche zugewiesen, die nun von den RIR wiederum an deren Mitglieder verteilt werden. Weitere Anforderungen kann die IANA damit nur noch mit der Vergabe von IPv6-Adressen beantworten, den regionalen Registries bleibt hier noch Luft.

Quelle: Admin-Magazin, IANA IPv4 Address Space Registry, Golem.de

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