So etwas kann schon mal passieren: Weil er sein Drahtlos-Netzwerk nicht abgesichert hatte, bekam ein 38-jähriger aus Recklinghausen unerwarteten Besuch. Mehrere - vermutlich nicht gerade freundliche - Herren des SEK stürmten das Haus auf der Suche nach einem Mann, der mit einen Amoklauf gedroht hatte. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem gesuchten um den Nachbarn handelte, der das ungesicherte WLAN zum Äußern seiner anscheinend nicht ernst gemeinten Drohung genutzt hatte.
Auch wenn es sich hier um einen extremen Fall handelt, muss man damit rechnen, beim Betrieb eines ungesicherten Drahtlos-Netzwerkes irgendwann als Leidtragender dazustehen. Nutzt ein Dritter ein solches Netzwerk für irgendwelche kriminellen Handlungen oder dergleichen, wird man als Betreiber des Netzwerkes spätestens dann zur Rechenschaft gezogen, wenn der eigentliche Täter nicht ermittelt werden kann. Schließlich stellt man ja die Infrastruktur für die Tat zur Verfügung und „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.
Dabei ist es relativ einfach, sein Drahtlos-Netzwerk abzusichern:
- Man sollte einen WLAN-Router nutzen, der WPA- oder WPA2-Verschlüsselung beherrscht. WEP gilt als unsicher, da die Verschlüsselung in relativ kurzer Zeit geknackt werden kann. Beherrscht der eigene Router keine WPA/WPA2-Verschlüsselung, sollte man über die Beschaffung eines neuen nachdenken.
- Entsprechend der Anleitung des Routers sollte dann die Verschlüsselung der WLAN-Verbindung aktiviert werden. Dies kann über eine Web-Schnittstelle im Browser oder eine dem Router beiliegende Software geschehen.
- WPA und WPA2 werden mit einem „Pre-Shared-Key“ (zuvor ausgetauschter Schlüssel) initialisiert, der sowohl beim Router als auf den am Netzwerk teilnehmenden Rechnern eingegeben werden muss. Er sollte mindestens aus Groß-, Kleinbuchstaben und Zahlen bestehen. Eine Mindestlänge von 12 Zeichen und die Vermeidung von Eigennamen, der Adresse und anderen erratbaren Wörtern stellen schon eine relativ hohe Hürde für Unbefugte dar.
Tip: Generiert man sich einen 63 Zeichen langen Pre-Shared-Key und speichert ihn in einer einfachen Textdatei, so lässt er sich bequem per USB-Speicher auf ein neues Notebook übertragen und dort einfach in die Kennwort-Abfrage des WLAN-Treibers kopieren.
Quelle: Westfälische Nachrichten