Vor ein paar Tagen schon hat Roman nach „exotische Linux-Anwendungen“ gefragt. Der Begriff „exotisch“ macht mir etwas Probleme - wirklich exotisch auf einem Linux-Desktop wäre wohl ein Programm wie ANSYS, aber für welchen Anwender ist ein Beitrag dazu schon von Nutzen?
Ein weniger ausgefallenes Programm ist dagegen der passive WLAN-Scanner Kismet. Dieses Werkzeug kommt bei mir gelegentlich zum Einsatz, wenn es darum geht einen WLAN-Access-Point aufzustellen und dazu die in der Umgebung genutzten Kanäle und SSIDs festzustellen. So kann auf einfache Weise vermieden werden, dass das eigene Drahtlosnetzwerk auf dem gleichen Kanal wie das des Nachbarn funkt und sie sich so in die Quere kommen und auch gleiche SSIDs nach dem Schema „linksys“, „home“ oder „Hauptstraße XY“ werden vermeidbar.
Kismet setzt die WLAN-Karte in den Monitor-Modus und sammelt dann die aufgefangenen Pakete ein, nimmt aber nicht aktiv an Netzwerken teil. Die gesammelten Pakete werden dann ausgewertet und in einer ncurses-Oberfläche präsentiert. Man kann dann verschiedene Informationen ablesen, einige der häufigsten sind im Folgenden aufgeführt:
Mit den Pfeiltasten kann ein Netzwerk ausgewählt werden, wenn eine andere als die Standard-Sortierung ausgewählt wurde. Ein paar weitere Tasten sind hier aufgeführt:
Stolpert man beim Auskundschaften der Nachbarschaft über ungesicherte Netzwerke, so gebietet es die Höflichkeit, den jeweiligen Nachbarn (und niemanden sonst) darauf hinzuweisen. Manche Mitmenschen sind mit der sicheren Konfiguration ihres Netzwerks entweder überfordert oder sich der möglichen Risiken einfach nicht bewusst, und das kann dann auch so enden wie vor einiger Zeit in Recklinghausen.
Kismet ist bei den gängigen Distributionen in der Paketverwaltung verfügbar, eine ausführliche Beschreibung der Installation findet sich unter anderem im Wiki von ubuntuusers.de.