ICE muss nicht unbedingt etwas mit Schienen zu tun haben und mit 300 km/h daherkommen. Unter In Case of Emergency (im Notfall) verbreitet sich seit einigen Jahren ein Verfahren, das in dem Fall, dass man einen Unfall erleidet, Rettungskräfte Kontaktinformationen der Angehörigen liefert.
Der Engländer Bob Brotchie stellte 2005 fest, dass viele Unfallopfer, die nicht selbst Informationen über sich oder zu informierende Angehörige liefern konnten, Mobiltelefone bei sich trugen, über die dann die Identität geklärt werden konnte. Ausgehend davon schlug er vor, unter dem Kürzel ICE die Nummer von Angehörigen zu hinterlegen, die im Falle eines Notfalls informiert werden sollen. Mit imnotfall.de wird eine eingedeutschte Version propagiert, die anstatt ICE das Kürzel IM verwendet wird.
Die ITU (International Telecommunication Union) hat vergangenes Jahr eine Erweiterung zu ihrem Standard E.123 veröffentlicht, in der ein international gültiger Vorschlag zur Notation von Notfall-Kontaktnummern eingeführt wird:
Die Kontaktbezeichnung wird in der Form 0nXXXX angegeben, wobei n eine Zahl von 1 bis 9 ist und die Priorität des Kontaktes angibt und XXXX die eigentliche Bezeichnung dafür ist (z.B. "Ehemann", "Eltern", "Kinder").
Beispielhafte Einträge könnten sein:
Es gibt auch Kritik an ICE, zum Beispiel von Seiten der Schweizer Interverbandes für Rettungswesen. Der Nutzen wird angezweifelt, da die meisten Patienten selbst Auskunft geben könnten und in den anderen Fällen die Kontaktaufnahme nicht Aufgabe der Rettugnskräfte sei. Zudem müsse vor Benachrichtigung die Identität des Patienten geklärt werden, die darauf folgende Information der Angehörigen sollte dann nicht über Telefon erfolgen.
Grundsätzlich sehe ich diese Argumente als stichhaltig an. Trotzdem stellt es weder Aufwand noch Risiko dar, wenn ich unter 01Wife die entsprechende Telefonnummer, den Namen und die Adresse gespeichert habe, ob Rettungskräfte oder Polizei diese Information im Notfall dann nutzen, bleibt ihnen überlassen. Jedoch scheint mir die Notation der ITU am sinnvollsten und ich rate, diese selbst zu verwenden. Für technikscheue Menschen bleibt die Möglichkeit, in der Brieftasche eine entsprechende Karte mit den Kontaktdaten mitzuführen. Dies hat auch den Vorteil, dass bei abgeschaltetem Mobiltelefon die Daten noch zugänglich sind.
Quelle: E.123-Spezifikation der ITU