Bin wieder da.
Das gilt auch für die Kernel-Entwickler - gestern wurde die erste Vorabversion von 2.6.34 veröffentlicht und damit nach nicht ganz zwei Wochen das „Merge Window“ geschlossen. Alle Anfragen für die Aufnahme von Code in den Kernel hat Torvalds noch nicht bearbeitet, also dürften noch einige Änderungen in nächster Zeit hinzukommen. Er verspricht jedoch denen, die einen „Pull Request“ bis zum letzten Tag hinausgeschoben haben, eine Wartezeit bis zum Merge Window für 2.6.35.
Was kann uns diesmal erwarten? Das Dateisystem FS-Cache, eine Funktion zum Zwischenspeichern von Daten die Zugriffe auf Netzwerk-Dateisysteme beschleunigen soll, ist nun nicht mehr als „experimentell“ gekennzeichnet und kann damit künftig verwendet werden. Das gleiche gilt für devtmpfs mit dem erkannte Geräte vom Kernel in ein Pseudo-Dateisystem eingebunden werden. Es wurden wieder Schritte unternommen, um den Big Kernel Lock (BKL) zu eliminieren, diesmal im usbfs. Dazu hat Sarah Sharp weitere Ergänzungen zu xhci, dem Controller für USB 3.0, beigetragen. Eine ganze Serie an Patches zu KVM (Kernel-based Virtual Machine) und Änderungen an z.B. den Treibern i915, radeon und nouveau vervollständigen den durchaus sehenswerten Umfang des -rc1.
Der Kernel 2.6.34-rc1 für Ubuntu im Mainline-Kernel-Archiv:
Das Ubuntu-Kernel-Team stellt ein Archiv mit dem Mainline-Kernel zur Verfügung, der ohne die spezifischen Anpassungen der regulären Ubuntu-Versionen erstellt wird.
Achtung! Die Installation des nicht angepassten Kernels kann die Systemstabilität beeinträchtigen!
Die Pakete 2 und 3 müssen nur installiert werden, wenn Anwendungen vorhanden sind, die die Headerdateien benötigen um z.B. Kernelmodule zu kompilieren. Die Pakete sollten dann in der jeweils aufgeführten Reihenfolge installiert werden. Die Kernel-Quellen werden nicht benötigt.
Architektur i386 (32 Bit):
Architektur amd64 (64 Bit):
Kernel-Quellen:
Quelle: Linux Kernel Mailing List
Unterstützung der neuen i5 Reihe von Intel
Hallo, für mich ist ja diese ganze Kernelmaterie ein Buch mit sieben Siegeln.
Interessant wurde das ganze für mich als ich mir ein H55M-ED55 MSI Board mit Intel I5-661 Prozessor gekauft habe. Dafür brauchte ich den Kernel 2.6.33. Dank des linuxusers Forum habe ich es auch geschafft und das Gerät läuft stabil, (allerdings ohne zugeschaltete Visuelle Effekte) ohne zusätzliche Grafikkarte. (Die Grafik bringt ja der neue Intel Prozessor mit.)
Nun warte ich natürlich darauf das die Grafikeinheit des Prozessors besser unterstützt wird, er also fehlerfreie 3D Unterstützung schafft. Weisst du vielleicht ob sich hier etwas getan hat? Wird sich dort überhaupt etwas in absehbarer Zeit tun? Arbeitet man hier mit Intel zusammen?
Ich finde dazu nicht so recht Informationen, und wäre für jeden Hinweis dankbar.
Grüße Tomte
Intel und der Kernel
Hmm. Zwar weiß ich, dass manche Code-Teile für die i5-Reihe angepasst wurden, zumindest im Zusammenhang mit der Virtualisierung von Ein/Ausgabe-Funktionen (VT-d) hatte ich da mal was gelesen. Ansonsten wüsste ich aber nicht mal, welcher Grafik-Treiber hier geladen wird. Ich kann höchstens vermuten, dass der Chipsatz vielleicht den i915 nutzt - wäre interessant zu erfahren, was
lspcidazu sagt.Ansonsten steuert Intel selbst die eine oder andere Zeile zum Kernel bei - aktuelles Beispiel: Sarah Sharp und die Umsetzung der Treiber für USB 3.0/xhci. Ob und in welchem Umfang allerdings bereits spezielle Treiber für den H55-Chipsatz zur Verfügung stehen, ist mir nicht bekannt. Die Commits dazu können sich hinter der Bezeichnung einzelner Funktionen verstecken, so dass man die nicht mal zuordnen kann.
Das hilft dir jetzt aber wohl auch nicht weiter...
CU Matze
Hey, danke für die Auskunft.
Hey, danke für die Auskunft. Doch mir hilft das weiter, öffnet sich doch ein wenig mehr die Kernelwelt für mich.
Erfreulich finde ich natürlich das Intel teilweise direkt mitarbeitet, das lässt doch hoffen.
Der i915 ist hier wohl nicht mehr zuständig.
Ich bin mal so frei hier die Ausgabe von lspci zu posten, vielleicht hörst du ja mal was zu der Grafikeinheit.
Grüsse Tomte
GMA HD ??
Ich habe deine lspci-Ausgabe mal auf die Zeile des Grafik-Controllers begrenzt.
Allerdings sagt mir der Clarkdale-Controller nicht wirklich was - In finde nur Verweise auf „Intel HD Graphics“ / „GMA HD“, dem ich aber keinen Treiber zuordnen kann.
Was sagt denn die Log-Datei des X-Servers (/var/log/Xorg.0.log), welcher Treiber geladen wird? Da müsste ziemlich am Anfang der Controller erkannt werden, und danach irgendwas mit
LoadModule. Da müsste dann die Bezeichnung des Treibers zu finden sein. Bei Intel würde ich irgendwas mit i810, i915 oder etwas ähnliches erwarten.CU Matze
Treffer, i810
Du liegst genau richtig, ich finde die Angabe i810.
Was heisst das eigentlich genau dieses i810 oder i915? Sind das jetzt die entsprechenden Treiber (im Kernel) für die Grafikeinheit? Die neuen i3, i5 und i7 Prozessoren mit integrierter Grafik nutzen unter Linux also den Treiber i810?
Zur Sicherheit hier ein Auszug aus der Xorg.0.log:
(==) Using default built-in configuration (39 lines)
(==) --- Start of built-in configuration ---
Section "Device"
Identifier "Builtin Default intel Device 0"
Driver "intel"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Builtin Default intel Screen 0"
Device "Builtin Default intel Device 0"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Builtin Default i810 Device 0"
Driver "i810"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Builtin Default i810 Screen 0"
Device "Builtin Default i810 Device 0"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Builtin Default vesa Device 0"
Driver "vesa"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Builtin Default vesa Screen 0"
Device "Builtin Default vesa Device 0"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Builtin Default fbdev Device 0"
Driver "fbdev"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Builtin Default fbdev Screen 0"
Device "Builtin Default fbdev Device 0"
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Builtin Default Layout"
Screen "Builtin Default intel Screen 0"
Screen "Builtin Default i810 Screen 0"
Screen "Builtin Default vesa Screen 0"
Screen "Builtin Default fbdev Screen 0"
EndSection
(==) --- End of built-in configuration ---
i810 / intel-Treiber
i810 ist ein Treiber, den der Kernel mitliefert. Im Kernel-Git ist er unter drivers/gpu/drm/i810 zu finden, unter History siehst du, dass sich daran allerdings in letzter Zeit nicht so viel getan hat. Eigentlich ist er auch für den etwas angestaubten i810-Chipsatz konzipiert worden, deshalb bezweifle ich, dass damit irgendwelche 3D- oder sonstwelche -Beschleunigung deiner Grafik untersützt werden. Vermutlich kann er aber die grundlegenden Funktionen bedienen.
Unter Xorg wird dann wohl der intel-Treiber zum Zuge kommen. Erste Anlaufstelle für den Intel-Treiber unter Linux ist die Seite Linux Graphics Drivers from Intel dort hat man auf der Doku-Seite immerhin schon ein Kürzel für die neuen Chip-Familie definiert:
Allerdings scheint sie laut Manpage noch nicht unterstützt zu werden. Ich kann auch nicht sagen, ob im Xorg-GIT in der Richtung gearbeitet wird.
CU Matze
Tja, das klingt ja dann doch
Tja, das klingt ja dann doch sehr ernüchternd.
Also nutze ich einen eigentlich veralteten Treiber (i810), der aber alle Grundlegenden Funktionen bietet.
Das kann ich zumindest so bestätigen, denn wenn ich die visuellen Effekte rausnehme läuft alles einwandfrei. Schon auf Stufe "normal" gibt es allerdings immer mal wieder aussetzer (Der Bildschirm friert ein).
Also warte ich ab. Gääähn (Und konzentriere mich auf meine Arbeit.)
Es wäre halt schön gewesen, wenn ich auf eine bestimmte Stelle im Netz schauen könnte, und irgendwann einmal sagt sie mir irgendetwas wie: "Hey jetzt hat sich was getan, du kannst mit Blender rumspielen."
Vielen Dank für deine Hilfe,
der Kernel ist für mich ein ganz klein wenig greifbarer geworden.
Grüsse Tomte