Der IPv4-Adressraum ist begrenzt und da drin wird es in nächster Zeit ziemlich eng. Die IANA wird nach pessimistischen Schätzungen bis in drei Jahren alle verbliebenen Adressbereiche an die regionalen Registrare, wie zum Beispiel die europäische RIPE, vergeben haben.
Umso wichtiger wird in den nächsten Jahren der Folge-Standard IPv6 werden, der eine Menge an IP-Adressen zur Verfügung stellt, die für die nächsten Jahre ausreichen sollte. Konkret sind das 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 Stück im Vergleich zu 4.294.967.296 bei IPv4. Neben dem vergrößerten Adressraum kommen dann noch weitere Änderungen, zum Beispiel die IP-Autokonfiguration, zum Tragen wodurch der Stand der Umsetzung in der Praxis sehr unterschiedlich ist. Während viele Betriebssysteme sowie auch einige kommerzielle Netzwerk-Anwendungen (Router, Firewalls, Intrusion Prevention Systeme) IPv6 mittlerweile grundsätzlich unterstützen sieht es zum Beispiel im Umfeld der Heimanwender eher traurig aus. So stehen kaum IPv6-Anschlüsse oder die dafür benötigte Hardware für Privatkunden zur Verfügung.
Unternehmen und auch Behörden reagieren langsam darauf, indem bei der Beschaffung von IT-Komponenten auf die IPv6-Tauglichkeit und damit die Investitionssicherheit geachtet wird. So auch das US-Verteidigungsministerium, das seine Anforderungen diesbezüglich bereits formuliert hat. Eine Arbeitsgruppe der Linux Foundation hat daraufhin eine Analyse durchgeführt, um Differenzen zwischen diesen Anforderungen und den aktuellen Implementierungen zu finden. Als Ergebnis stellte man fest, dass die existierenden Funktionen wie zum Beispiel ICMPv6 oder DHCPv6 funktionieren und nun zur Erfüllung der Anforderungen des US-Verteidigungsministeriums aktualisiert werden müssen.
Diese Analyse sei ein solch bedeutendes Unterfangen gewesen, ein Unternehmen alleine hätte das nicht geschafft, ist man sich bei der Linux Foundation einig. Dies sei genau die Zusammenarbeit gewesen, die die Linux Foundation leisten könne, so Jim Zemlin, Direktor der Linux Foundation.
Quelle: Linux Foundation Workgroup Tackles Federal Mandate for Next-Generation Internet Protocol
Was fehlt mir jetzt noch zu meinem Glück? IPv6 an meinem DSL-Anschluss, ein IPv6-Router und etwas Zeit, um mich mal richtig in die Materie einzuarbeiten.