Verschlungene Pfade

„Der Weg ist das Ziel“ - Was bezogen auf die meisten Programme eine Lüge ist, stellt die Daseinsberechtigung für eine ganze Reihe an Werkzeugen dar. Sie stellen den Weg von Paketen durch die Wirren des Router-Dschungels komplexer Netzwerke dar.

Kann man keine Verbindung mit z.B. einem Webserver herstellen, teilt einem ein ping nur mit, ob dieser erreichbar ist, so dessen Admin die Antwort darauf überhaupt zulässt. Möchte man jedoch wissen, wer daran Schuld hat, so muss man dem Weg der IP-Pakete folgen und hier kommt traceroute ins Spiel. Das Kommando steht unter Ubuntu derzeit in vier Implementierungen zur Verfügung, dies dürfte auch bei den anderen gängigen Linux-Distributionen der Fall sein.

  • traceroute
    Das klassische traceroute sendet mehrere ICMP-Pakete mit von 1 an steigender TTL (Time To Live - sozusagen der Lebensdauer eines IP-Pakets) in Richtung des Ziels ab und listet auf, ob und nach welcher Zeitspanne eine Antwort darauf zurückkommt. Diese werden nacheinander aufgelistet und bilden so den Pfad von Paketen im Netzwerk ab. IP-Adressen werden standardmäßig aufgelöst.
    traceroute www.example.net
  • traceroute-nanog
    Dieses Paket stellt ein traceroute-Kommando mit erweiterten Möglichkeiten zur Verfügung. Achtung! Das traceroute-Kommando dieses Pakets verdeckt das des originären traceroute.
    Es werden Superuser-Privilegien benötigt.
    sudo traceroute www.example.net
  • tcptraceroute
    Die zunehmende Verbreitung von Firewalls führt unter anderem dazu, dass ICMP-Pakete nicht mehr unbedingt beantwortet werden. tcptraceroute setzt daher auf TCP-Pakete auf z.B. dem Port 80 (Webserver), die von den meisten Firewalls zugelassen und weitergeroutet werden.
    IP-Adressen werden standardmäßig aufgelöst, es werden keine Superuser-Privilegien benötigt.
    tcptraceroute www.example.net
  • paris-traceroute
    Die klassischen traceroute-Derivate bekommen bei asynchromen Routing (Hin- und Rückweg für die Pakete sind unterschiedlich) Probleme und stellen unter Umständen nicht den korrekten Pfad dar. paris-traceroute manipuliert daher TCP-Header, die zum Routing herangezogen werden und damit sogar aufzeigen, ob eine Paket- oder Flowbasierte Lastverteilung zum Einsatz kommt. paris-traceroute benötigt Superuser-Rechte.
    sudo paris-traceroute www.example.net

Wer die Konsole scheut, oder sich eine zweite Meinung von einem anderen System einholen möchte, kann auch Traceroute-Webdienste wie zum Beispiel von Iptools verwenden.

Dieser Artikel nimmt an der Blogparade „Exotische Linux-Applikationen gesucht“ teil.

Ich als GUI Nutzer habe das

Ich als GUI Nutzer habe das auch schon genutzt, weil ich beim Server-Hoster anrief, die mir Antworteten dein Server funktioniert, obwohl ichnicht draufkam.
In Frankfurt wurde es statt nach Nürberg über die Schweiz veröltet und da verlief sich das Signal im Sande! Blöd das man nicht anrufen kann, weil man nicht weiß wem der Router dann gehört, der nicht mitspielen will.
Jetzt hab ich ja gelesen das es in der Konsolenoch mehr Tools gibt... Teste ich beim nächsten mal Wink
Thx4Posting

Weitere Alternative

Eine weitere Alternative zu dem klassischen traceroute is LFT (Layer Four Traceroute): http://pwhois.org/lft/index.who

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