Internet-Steuer gegen infizierte Windows-Rechner

Was ich soeben auf Pro-Linux gelesen habe, verschlägt mir ja fast den Atem:

Auf einer Konferenz hat Microsoft-Sicherheitschef Scott Charney eine Internet-Steuer zur Inspektion und Quarantäne von virenverseuchten Rechnern vorgeschlagen.

Das heißt im Endeffekt nichts anderes, als dass uns allen in die Tasche gegriffen werden soll, weil ein paar Hersteller ihre Software nicht im Griff haben, auf bekannte Schwachstellen nur langsam reagieren und deren Veröffentlichung natürlich am liebsten verbieten würden (siehe heise online). Und stellen die Hersteller Aktualisierungen zur Verfügung, macht sich auch nicht jeder die Mühe, diese auch gleich zu installieren.

Charney verglich das Virenproblem mit dem Gesundheitssystem. Ein infizierter Rechner sei gewissermaßen krank und müsse untersucht und in Quarantäne genommen werden.

Dieser Argumentation kann ich auch nicht folgen. Wenn jemand meine Gesundheit ruiniert, dann bezahlt dies nicht der Staat oder die Krankenkasse sonder er bzw. seine Versicherung (Beispiele: Auto- oder Betriebsunfall, tätlicher Angriff). Da ja die Ursache für Schwachstellen in Computersystemen und deren Verursacher bekannt sind, müssten analog zu Charneys Argument die Hersteller in Haftung genommen werden und falls die ihre Hausaufgaben gemacht und bekannte Schwachstellen beseitigt haben die Anwender, die ihre Systeme noch nicht gesichert hatten.

Also bitte, Herr Charney. Bevor sie solche Vergleiche stellen und Vorschläge machen, bedenken sie wer die Verursacher sind. In aller Regel werden die nämlich - vollkommen zu Recht - in die Verantwortung genommen.

Quelle: Pro-Linux

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